Shakespeares Komödie versetzt den Zuhörer ins schöne Padua, wo die noch schönere Bianca nur verheiratet wird, wenn ihre aufsässige Schwester Katharina zuerst einen Bräutigam findet. Doch niemand will das "scharfzüng'sche Weib" freien - außer Petruchio, der meint, einer Frau nur beizukommen, wenn man sie wie einen Falken abrichtet. Sagt's, tut's, und schafft es mit allerlei Tricks und psychischer Folter, Katharina sich ihm gefügig zu machen. Ob das die Krone der Schöpfung ist? Das zu entscheiden wird den Zuhörerinnen und Zuhörern überlassen…




"Lucentio verliebt sich in Bianca, die jüngere der beiden Töchter Baptistas. Doch hat Baptista bestimmt, dass er eine Heirat seiner jüngeren Tochter nicht erlauben werde, bevor seine ältere Tochter Katharina geheiratet hat. Um Bianca zu gewinnen, muss Lucentio deshalb nicht nur die Mitbewerber Hortensio und Gremio aus dem Weg räumen, sondern auch einen Ehemann für die widerspenstige Katharina, für die sich kein Mann interessiert, finden. Da trifft es sich, dass Petruchio, ein alter Bekannter Hortensios, auftaucht, und auf der Suche nach einer reichen Partie ist. Petruchio erweist sich in einem Wortgefecht als ebenbürtiger Gegner für Katharina und erklärt ihr, er werde sie heiraten, ob sie wolle oder nicht. Schließlich widerspricht Katharina nicht mehr. Zur Hochzeit kommt Petruchio demonstrativ zu spät und auffallend schlecht gekleidet. Anschließend nimmt er seine neue Ehefrau mit in sein Haus, wo er ihr alle Annehmlichkeiten des Wohlstands vorenthält, und zwar aus vorgeblicher Fürsorge für seine frisch Angetraute. Nach wenigen Tagen, in denen Petruchio sie zu zähmen versucht, muss sich Katharina geschlagen geben, woraufhin Petruchio einwilligt, sie anlässlich der Hochzeit Biancas nach Padua zu begleiten. Lucentio ist es derweil mit einigen Tricks gelungen, Biancas Herz und das Einverständnis ihres Vaters zu gewinnen. Nach dieser Hochzeit wetten die Männer auf einem Bankett, wessen Frau wohl am ehesten dem Ruf ihres Mannes gehorcht. Alle Gäste sind erstaunt, als sich Katharina als die Gehorsamste erweist. Das Stück endet mit einem Monolog der vormals Widerspenstigen, in dem sie ein Loblied auf die Unterwürfigkeit der Frauen singt." [wikipedia]


eine Lesart: "Dem Leser oder Zuschauer wird das Schauspiel geboten, wie der grobschlächtige Glücksritter Petruchio mit den Folter­methoden des Schlafentzugs, des Nahrungsentzugs und einer mas­siven Drohkulisse brutaler physischer Gewalt seine rebellische Frau Katharina einer Gehirnwäsche unterzieht, bis ihr eigenständiger Wille gebrochen ist. Nach erfolgreichem Dressurakt erzwingt er mit einem öffentlichen Kuss ihre Unterwerfung und geht mit zwei anderen verheirateten Herren eine Männerwette ein, wer wohl die unterwürfigere Frau hätte; Katharina -  psychisch und mental völlig umgepolt - plappert nach, was ihr eingetrichtert wurde, und vertritt in einem großen Schlussmonolog gegenüber anderen Ehefrauen mit Nachdruck und Überzeugung die angeblich naturnotwendige Unterordnung der Frau unter den Mann: ihm »die Hand unter den Fuß zu legen« erklärt sie zur Pflicht und Tugend des ganzen weib­lichen Geschlechts. Zum Stückschluss wird eine »gezähmte« und kleingestutzte Katharina dem Publikum als Muster aller Frauen vorgeführt, während der so erfolgreich vergewaltigende Wider­spenstigen-Dompteur von einigen pantoffelheldischen Ehemännern als großes Vorbild bewundert wird. Vorhang." [Frank Günther]


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